FIA GT1 Weltmeisterschaft
Abu Dhabi (VAE)
25./26. März 2011
Zum Auftakt der zweiten Saison der FIA GT1 – Weltmeisterschaft trafen sich neun Teams auf der Formel 1-Strecke in Abu Dhabi (VAE). Das Swiss Racing Team, das noch vor Kurzem auf die Marke Lamborghini wechselte, hatte alle Hände voll zu tun, die beiden Murciélago LP 670 R-SV einsatzklar zu machen. Außer einem kurzen Rollout war keine Möglichkeit, sich mit den Autos vertraut zu machen.
Karl Wendlinger (AUT) und Max Nilsson (SWE) sind dem Team aus dem Vorjahr treu geblieben. Neu dazu gestoßen sind Jiri Janak (CZE) und der sehr erfahrene Lamborghini-Pilot Peter Kox (NED). Wendlinger/Kox teilen sich das Auto mit der Startnummer #5 und Nilsson/Janak sitzen im Fahrzeug mit der Nummer #6.
Unter der heißen Wüstensonne in Abu Dhabi bei Lufttemperaturen bis 37 Grad konnten die Piloten am Mittwoch bei einem Test die ersten Kilometer abspulen und sich mit den Fahrzeugen vertraut machen.
Durch einen Fehler im Pre-Qualifying am Freitag hatte das Team im Qualifying einen Reifensatz weniger für das Fahrzeug #5 zur Verfügung, was zur Folge hatte, dass das Qualifying 3 nicht erreicht werden konnte. Für das Qualifying Race waren die Startplätze 18 (Nilsson/Janak) und 10 (Wendlinger/Kox) keine sehr gute Ausgangsposition, um weiter nach vorne zu kommen, da das gesamte Feld wie im letzten Jahr sehr eng beieinander liegt.
Im Qualifying Race am Samstag brachten Wendlinger/Kox ihren 10ten Startplatz über die Ziellinie und das Team Nilsson/Janak konnte sich auf P13 verbessern.
Beim Championship Race am Samstagabend unter Flutlicht hatte Max Nilsson einen hervorragenden Start und konnte sich am Ende der Start-/Zielgeraden einige Plätze weiter vorne einsortieren, musste aber stark abbremsen und fuhr sich einen Bremsplatten ein. In der Folge hatte er mit starken Vibrationen zu kämpfen. Nilsson entschied, bis zum offiziellen Boxenstopp weiter zu fahren, um keine wertvolle Zeit bei einem zusätzlichen Boxenstopp zu verlieren. Auf P7 liegend übergab er an den Tschechen Janak. Bereinigt durch die Boxenstopps der anderen Teilnehmer reihte er sich auf P18 ein. In Runde 24 musste dann Janak das Fahrzeug abstellen, da er über ein herumliegendes Teil fuhr und sich dabei den Reifen hinten rechts zerstörte.
Wendlinger startete seinen LP 670 R-SV vom 10ten Startplatz, erreichte sehr gute Rundenzeiten und verbesserte sich bis auf P8. In Runde 13 kam der Österreicher zum Fahrerwechsel in die Box. Beim Reifenwechsel kam es bei einer Felge zu einer Verzögerung, die wichtige Sekunden kostete. Kox übernahm den Wagen und konnte die verlorene Zeit sehr schnell wieder aufholen. Auf P7 liegend überfuhr der Niederländer die Ziellinie und brachte dem Team die ersten sechs WM-Punkte ein.
Teamchef Othmar Welti:
„Dafür, dass wir eine extrem kurze Vorbereitungszeit hatte, konnten wir zeigen, dass wir sehr konkurrenzfähig sind. Der Fehler mit den Reifen im Pre-Qualifying hat uns natürlich zurückgeworfen. Da war mehr drin gewesen, aber ich bin mit dem ersten Wochenende sehr zufrieden, die Fahrer und das Team haben sehr gute Arbeit geleistet. Eine ganz wichtige Hilfe war Peter Kox, der ein sehr erfahrener und sehr schneller Pilot ist und den Lambo kennt. Ich hoffe, wir können mit ihm weiterhin rechnen.“
Teammanager Erich Kolb:
„Das Ergebnis ist toll, obwohl wir wenig Zeit hatten, uns vorzubereiten. Zu Beginn des Wochenendes waren wir nicht da, wo wir sein wollten, aber das Team und die Fahrer haben sich mit jedem Kilometer sichtbar steigern können. Wir haben die Autos sukzessiv weitergebracht und vom Freien Training zum Rennen einen großen Sprung gemacht. In den Autos ist sehr viel Potenzial und wir freuen uns nun auf Zolder“.
Karl Wendlinger (AUT), #5:
„Das Auto lässt sich sehr gut fahren und es reagiert auf Setupänderungen, so wie wir das wollen. Es war ein sehr guter Anfang für das Team. Platz 7 ist jetzt keine Sensation, aber ich bin zufrieden, weil wir besonders im Championship Race ein sehr sehr schnelles Auto hatten. Wenn wir es in der Saison schaffen, beim Start in den ersten drei Reihen zu stehen und schnelle Boxenstopps durchführen, dann sind wir absolut dabei.“
Peter Kox (NED), #5:
„Das erste Wochenende war mit Ups and Downs versehen. Reiter Engineering hat zwei sehr gute Autos hingestellt, wir konnten ohne Probleme viel damit fahren. Das Team muss jetzt einiges über die neuen Autos lernen, auch die Reifen von Michelin sind neu. Die Basis und das Engineering sind auf jeden Fall gut. Bei den Boxenstopps können wir noch Zeit herausholen. Mit meinem Fahrzeugpartner komme ich gut aus, er hat viel Erfahrung und man kann sich keinen besseren Kollegen wünschen. Ich habe ein gutes Gefühl mit ihm.
Max Nilsson (SWE), #6:
„Das Wochenende war sehr hart, da wir die Fahrzeuge vorher nie richtig testen konnten. Ich hatte aber einen guten Speed und konnte den Anderen im Rennen gut folgen. Darüber bin ich sehr glücklich. Ich wünsche mir, dass wir mehr Zeit zum Testen zur Verfügung haben, damit wir die Autos besser kennenlernen können.“
Jiri Janak (CZE), #6:
„Alles war brandneu für mich. Das Auto, das Team, die Strecke. Ich bin seit einem Jahr kein Rennen mehr gefahren. Die FIA GT1-Weltmeisterschaft ist sehr hart und Du musst perfekt sein, um vorne mitzufahren. Ich fühle mich im Team sehr wohl, es hat eine sehr gute Arbeit geleistet. Ich hoffe, dass ich weiterhin mit dem Team zusammenarbeiten kann und würde mir wünschen, mehr Zeit zum Testen im Auto verbringen zu können. Mit Max habe ich einen schnellen Kollegen und es macht Spaß, mit ihm zusammen zu arbeiten.“










